Ökumenischer Gedenkgottesdienst
Gedenkgottesdienst zum Andenken an unsere sieben Kameraden

Wir haben zusammen gebangt, gehofft und gebetet für unsere Kameraden, aber sie kamen nicht mehr zurück, und wir haben zusammen getrauert.
In den letzten 12 Monaten haben wir ein auf und ab unserer Gefühle erlebt. Am Anfang waren die Wellen sehr hoch und sie kamen in kurzen Abständen. Mit der Zeit sind diese auf und ab Bewegungen immer kleiner geworden und es hat dazwischen längere Pausen gegeben.
Sobald etwas von aussen an mich herangekommen ist, kamen diese Gefühle wieder an die Oberfläche. Ich konnte die ersten drei Monate das Kästchen rechts neben mir nicht anschauen, sonst kamen mir die persönlichen Gespräche mit diesem Kollegen wieder in den Sinn. Au bei grösseren Ereiginssen wie die Flutkatstrophe und die schweren Überschwemmungen von diesem Sommer, wo auch zwei Feuerwehrmänner ums Leben kamen, bringen die Erinnerungen von Tief unten, wo ich sie vergraben wollte wieder an die Oberfläche.
In Gedanken habe ich mir ein Kästchen gemacht mit einer Schublade, wo ich das Ereignis versorgen konnte. Aber ich habe einen Griff an die Schublade gemacht, dass ich die Schublade wieder öffnen kann, wenn ich das Bedürfnis dazu habe.
Es ist mir bewusst geworden, wie kurz das Leben ist und wie schnell es vorbei sein kann, wie oft ärgern und streiten wir uns über unwichtige Dinge, dass wir uns etwas gutes tun sollten auch wenn es uns nicht so gut geht, oder dass wir uns über kleine Dinge freuen sollten. Ich geniesse die schönen Momente und Erlebnisse bewusster.
Unsere Familien haben uns geholfen, diese Berg und Talfahrten der Gefühle zu verarbeiten, sie waren für uns da, wenn wir sie gebraucht haben, sie haben uns begleitet und sie haben uns gehen lassen, wenn wir mit unseren Kameraden zusammen sein wollten. Die Feuerwehr ist durch dieses Ereignis stärker zusammengewachsen. Es hat uns zusammengeschweisst und näher gebracht.
Die Arbeit der Feuerwehr darf und hat sich von diesem Ereignis nicht beeinträchtigen lassen. Sie übernimmt ihren Auftrag voll und ganz. Knappe zwei Wochen später ist die Stützpunkt-Feuerwehr Schönenwerd wieder am Alarm aufgeschaltet worden und erfüllt seither ihre Arbeit wieder für die Bevölkerung. Die traditionelle Rekrutierung von neuen Feuerwehrleuten wurde aus verständlichen Gründen erst im Januar 2005 durchgeführt. Wir haben 12 junge Feuerwehrleute für unsere Aufgabe gewinnen können.
Im Januar 2005 haben wir unsere Partner zu einer Spezialübung eingeladen und haben ihnen gezeigt, dass wir sicher und professionell arbeiten. Das hat ihnen ihr Vertrauen in unsere freiwillige Arbeit für die Öffentlichkeit wieder gestärkt.
Die Solidarität der Bevölkerung hat uns gezeigt, dass wir auf ihre Hilfe zählen können und Feuerwehrkameraden aus der ganzen Welt haben an uns gedacht.
Für all die Hilfe, die wir erhalten haben, dass wir wieder vorwärts schauen können, dass wir mit unseren Familien und Freunden zusammen sein können und in der Feuerwehr für alle einstehen und helfen können, sind wir sehr dankbar.
