Atemschutz-Training in Wangen an der Aare
Atemschutz-Training unter realen Bedingungen
Die Stützpunkt-Feuerwehr Schönenwerd (SPFS) trainierte zusammen mit den Orts-
feuerwehren Walterswil, Niedergösgen und Däniken in der Atemschutzanlage im
Übungsdorf auf dem Waffenplatz der Schweizer Armee in Wangen an der Aare unter
Ernstfallbedingungen!
Unter der Gesamtleitung von Hptm Alessandro Klaiber, Atemschutzchef der SPFS, fand
am Samstag, den 8. Mai 2004, das diesjährige einsatznahe Atemschutztraining statt.
Über 90 Feuerwehrleute, davon rund 75 Atemschutzgeräteträgerinnen und -träger,
durften an einer gut vorbereiteten Gesamtübung teilnehmen. Ausgesteckt war ein an-
spruchsvoller Parcours, bestehend aus acht verschiedenen Anlagen mit ausserordentlich
hohen Ansprüchen an jede und jeden Teilnehmenden. Die Atemschutztrupps hatten dabei
die verschiedensten Aufgaben zu bewältigen, sei es die Personenrettung mit einem neu-
artigen Rettungsgerät oder aber das richtige Verhalten im Brandfall. Damit der Feuer-
wehrangehörige für alle Einsätze gut vorbereitet ist, bedarf es einer umfassenden und
ständigen Aus- und Weiterbildung auf jeder Stufe. Dank dieses Anlasses konnten alle
Beteiligten ihre Erfahrungen im Atemschutz erweitern, um so im Einsatzfall besser
gewappnet zu sein.
Die einzelnen Übungen im Detail waren:
Kaltstollen
Im Kaltstollen wurden in absoluter Dunkelheit über eine längere Distanz verschiedene
Rettungs- und Rekognoszierungsaufgaben gestellt. Die Atemschutzgeräteträger wurden
mit den verschiedensten Situationen (austretendes Wasser, Treppen, Wippen, enge
Durchgänge etc.) konfrontiert.
Affenkasten
Der Affenkasten ist ein überdimensionaler Käfig, der als Labyrinth ausgelegt ist. Inmitten
von (künstlichem) Rauch und starken akustischen Einflüssen hatten die AS-Träger auch
hier verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Retten, Absuchen und den Weg zurück wieder
finden.
Warmstollen
Der Name ist an sich falsch, müsste es doch Heissstollen heissen. Unter Zuhilfenahme von
richtigem Feuer und dadurch entstehendem Rauch erhielten die Feuerwehrleute Lösch-
und Rettungsaufträge. Die Besonderheit hier war der Einsatz eines so genannten Schleif-
sackes, mit dem ein Patient mit geringstem Kraftaufwand schnell und einfach aus der
Gefahrenzone evakuiert werden kann.
Fitness
Ein wichtiges Thema! Das Besteigen einer nie endenden Leiter, das Marschieren auf
einem Laufband und das (richtige) Heben von nicht existenten Lasten waren hier ange-
sagt. Gar schnell ging dem einen oder anderen hierbei die Puste aus, wenn er oder sie die
Kraft nicht richtig einteilte.
Brandhaus
Hier wurde in einem echten Haus mit echtem Feuer unter echten Bedingungen das
Löschen geübt. Auch hier von hohem Stellenwert: Teamwork, richtiges Vorgehen und
die Einschätzung der Lage.
Selbstrettung
Ein Thema, das nicht unterschätzt werden soll, auch wenn es in der Praxis höchst selten
vorkommt, geht es doch um die eigene Befreiung aus einer schwierigen Situation.
Seilgang Trümmerpiste
«Finde ich den Weg?» lautete hier die Frage. Mit abgedeckten Gesichtsmasken und unter
schweren Bedingungen hatten die AS-Träger den Auftrag, sich dem Führungsseil entlang-
zutasten und zuletzt den Ausgang wieder zu finden.
Warteraum
Er ist die Walt- und Schaltzentrale. Hier wurden von den verantwortlichen Offizieren
primär die Organisation und der praktische Ablauf beim Erstellen und Betreiben eines
Warteraumes geübt. Die einzelnen Klassenlehrer riefen jeweils die benötigte Anzahl
AS-Träger ab. Aus den Einsätzen zurückkehrende Feuerwehrleute mussten betreut und
notfalls neu ausgerüstet werden. Auch die Verpflegung war ein wichtiges Thema. Wie
beim reellen Langzeiteinsatz musste auch hier für warmes Essen und Trinken gesorgt
werden.
Fazit
Die grosse Zufriedenheit und die gute Stimmung aller Teilnehmer entschädigten schliess-
lich den Aufwand, der für eine solche Übung betrieben werden musste. Ein gutes Zeugnis
an die Übungsleitung und die verantwortlichen Personen konnte auch auf Grund der Tat-
sache ausgestellt werden, dass kein Unfall geschah und alle gesund wieder in ihre
Gemeinden zurückkehren konnten.
Im Namen aller Teilnehmenden möchten wir Hptm Alessandro Klaiber und seinen Helfern
für die Organisation und Durchführung dieses lehrreichen Tages danken und unseren teil-
nehmenden Nachbargemeinden dafür, dass wir gemeinsam mit ihnen trainieren und so
unsere Zusammenarbeit vertiefen konnten.
Kdt Stv Oblt D. Nydegger/Oblt H. Dobler
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